Biografie
Karl-Erich steht winkend an der Tür vor seinem Wohnhaus in Kleinmachnow.

Karl-Erich vor seinem Wohnhaus in Kleinmachnow

1910

Am 21. Oktober wird Karl-Erich Koch in Berlin geboren. Mutter Anna Koch, geborene Wiedenhöft, Pianistin und Organistin. Vater Ottfried Koch, Violinist. Als Ältester von fünf Kindern wächst Karl-Erich in einer  kunstinteressierten Familie auf.

1928

Eignungsprüfung an der Preußischen Akademie der Künste, wo er Käthe Kollwitz begegnet; in der Prüfungskommission sitzend, bestätigt sie ihm sein künstlerisches Talent. Nach dem Tod des Vaters jedoch, der bis dahin als Stadtsekretär beim Berliner Magistrat tätig war, muss Karl-Erich das Reform-Real-Gymnasiums Zehlendorf verlassen. Die finanziellen Verhältnisse zwingen ihn zu einer Lehre als Dekorationsmaler; wobei er mit großer Leidenschaft die künstlerische Arbeit weiter verfolgt.
Mit 18 Jahren verlobt er sich heimlich mit Anneliese Mustroph, seiner späteren Frau, die derzeit Stadtsekretärin beim Bezirksamt Zehlendorf ist, wie auch Pianistin und Organistin.

1930

Erste Teilnahme an der Ausstellung im Zehlendorfer Rathaus, mit dem Portrait von Anneliese; den Ehrenvorsitz hat Max Liebermann. Während der Ausstellungszeit lernt er viele weitere bekannte Künstler kennen, unter anderen den Maler und Grafiker Felix Krause aus Kleinmachnow, der ihm später ein väterlicher Freund wird.

1931

Besuch des Abendstudiums an der Kunstgewerbeschule Berlin, für Schrift und Raumgestaltung, bis zum Beginn der Militärzeit.

1933

Teilnahme an der Ausstellung im Potsdamer Luftschiffhafen mit einem Doppelbildnis von sich und seiner „Zukünftigen“.
Bis 1945 folgen diverse Ausstellungen und Beteiligungen in Berlin, Zehlendorf, Potsdam, Juryfreie Ausstellung, Malerei in Feldgrau und andere mehr.

1934

Beginn des Studiums, Akt und Porträt, bei Professor Otto Freytag in der Vereinigung Bildender Künstler e.V. Berlin.

1933 bis 1939

Selbständigkeit mit Führung eines Malereigeschäftes und weiterer künstlerischer Arbeit währenddessen.

1935

Heirat mit Anneliese Koch, geborene Mustroph, Pianistin, Organistin, Korrepetitorin und Musikpädagogin, mit der er seit den 30iger Jahren in Kleinmachnow wohnt.

1937

Geburt der Tochter Elisabeth.

1939 bis 1945

Militärdienst im 2. Weltkrieg. Unter anderem passiert Karl-Erich den Ort Uschaki, südlich von Leningrad – dem heutigen Sankt Petersburg. Im Marschgepäck immer dabei: Farbe und Pinsel. Seine neusten Arbeiten, die im Feld entstehen, schickt er Felix Krause, der sie rahmen läßt, ausstellt und auch einige verkauft. Mit dem Geld kann Karl-Erich so seine Frau Anneliese und Tochter Elisabeth etwas unterstützen.

1945 bis 1949

Russische Kriegsgefangenschaft; nach der er – wie so viele – zu Fuß zurück nach Deutschland läuft – ein ungefährer Weg von ca. 1.600 km.

1949 bis 1975

Tätigkeit als Gebrauchsgrafiker und Werbeleiter im VEB Geräte- und Reglerwerk Teltow. Hier beginnt eine langjährige Freundschaft mit Kurt Zieger, ebenfalls Maler und Grafiker aus der Stahnsdorf.

1949

Gründung des Zirkels “Malerei und Grafik” im Geräte- und Reglerwerk Teltow, zusammen mit Alois Kowol, dem Stahnsdorfer Maler und Grafiker.

Nach 1949

Beteiligung an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen in:

  • Deutschland: Berlin, Rostock, Potsdam, Chemnitz, Frankfurt an der Oder, Magdeburg, Dresden, Leipzig, Erfurt
  • Polen: Poznań/Posen
  • Weißrussland: Minsk
  • China: Peking

1953

Teilnahme an der 3. Deutschen Kunstausstellung Dresden, im neu errichteten Albertinum, Otto Grotewohl hält die Eröffnungsrede.

1958/59

Entstehung und Verlegung des grafischen Zyklus “Thema 61”, im Verlag Tribüne, Berlin-Treptow über das Arbeitsleben in einem Produktionsbetrieb; basierend auf dem Leben des Arbeiterveteranen Karl Feyh im dem VEB Geräte- und Regler-Werk Teltow.

1960

Karl-Erich Koch erhält den Kunst- und Literaturpreis der DDR für seine “Illustration zum Brigadetagebuch”.

Bundesarchiv Bild 183-73766-0026, FDGB-Kunst- und Literaturpreis an Karl-Erich Koch

Verleihung Kunst- und Literaturpreis, 1960

1966

Veröffentlichung “Einer neben Dir. Graphischer Zyklus.”, Karl-Erich Koch und Vilmos Korn, Freier Deutscher Gewerkschaftsbund, Potsdam.

Ab 1975

Leitung des Zirkels “Malerei und Grafik” im VEB Geräte- und Regler-Werk Kulturhaus Teltow. Unter anderem entstehen die Arbeiten “Erzählung aus meinem Leben” mit Illustrationen, “Tanz um das Goldene Kalb”, “Es gibt nur einen GOTT” und “Christus in unserer Zeit”.

1976

Karl-Erich geht in Rente und ist weiterhin privat künstlerisch tätig.

1980

Seine Frau Anneliese stirbt mit 75 Jahren,
* 8. November 1905, † 21. März 1980.

1996

Trotz mehrerer Krankheiten ist Karl-Erich auch im hohen Alter noch aktiv und mischt sich ein. Unter dem Künstlernamen „CARLOTTO“ erfindet er den „OVALISMUS“ und beginnt im Alter von 86 Jahren mit ersten Arbeiten zur Serie – einer Satire auf das “Kunstgeschäft” und die Gesellschaft mittels Malerei und Text.
Zitat des Künstlers:
“Oval hat keine Ecken und Kanten. Oval ist fast das Ei. Ovale Menschen ecken nicht an, wie ovale Autos. Einbeulungen übersieht man. Kapitalismus, Sozialismus, Trivialismus, Penkerismus: Im OVALISMUS wird alles ovalisierend vereint”.

Der Künstler in seinem Atelier, mit einer Tasse Kaffee in der Hand schaut er auf die Staffelei.

Der Künstler bei einer Kaffeepause im Atelier, auf die Staffelei schauend.

1998

Das Deutsche Historische Museum, Berlin kauft einige seiner großen Lithografien aus dem  grafischen Zyklus “Thema 61”.

1998

Teilnahme an den Ausstellungen “1.000 Jahre Stadt Beelitz” und auf Burg Eisenhardt” in Bad Belzig.

1999

Ausstellung “OVALISMUS” im Bürgerhaus Teltow.

2000

am 5. März verstirbt Karl-Erich Koch plötzlich und unerwartet.
Im Oktober wäre er 90 Jahre geworden.
Auf dem Waldfriedhof Kleinmachnow befindet sich heute das Grab der
Eheleute Koch.

2000

Juli, Gedenkausstellung im Bürgerhaus Teltow.

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